Dienstag, 30. Januar 2018

Budget Februar

Ich hab' lange überlegt, wieviel von meinen Finanzen ich offen legen will. Irgendwie fühle ich mich nicht wohl dabei mein Gehalt und meine Schulden zu veröffentlichen. Ich musste dann an meinen Chef denken, ein Kaufmann durch und durch! Er hätte mir vermutlich folgenden Fragen gestellt: "Ist es förderlich für Ihre Ziele diese Daten zu veröffentlichen? Welchen zusätzlichen Gewinn haben Sie davon?"

Hmm. Dieser Blog ist ja im Wesentlichen dafür gedacht, mir wieder die Kontrolle über mein Leben zurück zu holen (dazu mehr in einem späteren Post). Das Budget ist eine Teil davon und soll mir helfen wieder Herr meiner Finanzen und meines Konsumverhaltens zu werden. Dafür ist es jetzt nicht unbedingt nötig meine kompletten Vermögensverhältnisse offen zu legen. Also unterlasse ich das. Ich werde nur den Teil meines Haushaltsbuchs veröffentlichen, der unter dem großen Ettiket "Lebenshaltungskosten" zusammengefasst werden kann. Das sind zufälligerweise auch gleichzeitig die Kosten, die ich tatsächlich durch mein tägliches Handeln kurz- oder langfristig beeinflussen kann. 

Warum nun ein monatliches Budget? Ich habe ja bereits etwas Erfahrung mit Budgetieren. In der Vergangenheit war es allerdings einfacher den Überblick über meine Ausgaben zu behalten. Ich konnte auf Anhieb sagen, wie hoch meine Wohnkosten, mein monatliches Budget oder Versicherungen waren. Nun ist ein Haus, ein Auto, eine Katze und ein berufsbegleitendes Studium dazugekommen. Ich habe nur sehr schwammige Zahlen im Kopf, wieviel Euro meines Gehalts wofür drauf gehen. Das finde ich persönlich seeeeehr bedenklich. Denn mein monatliches Gehalt kann ich auf 5 € genau benennen 😨
Das Budgetieren soll mir dabei helfen wieder ein Gefühl dafür bekommen, was mein Leben und mein Lebensstandard mich kosten. Ich will wieder meine Lebenshaltungskosten im Kopf haben, um überschlagen zu können, ob ich mir etwas leisten kann. Außerdem ist es ein beruhigendes Gefühl zu wissen, dass für den nächsten Urlaub oder für die KFZ-Steuer schon Geld angespart ist.
Die letzten zwei Jahre habe ich teilweise bewußt, teilweise unbewußt über meine Verhältnisse gelebt und habe alles gekauft, was mir gefallen hat. Unter anderem auch sehr viele Lebensmittel und Delikatessen. Viel davon horte ich nun seit Jahren in der Speisekammer, dem Gefrierschrank oder im Kühlschrank. Viel habe ich auch weggeworfen, da es kaputt gegangen ist.
Im Gegensatz zu früher ist das Budget nun eine Herausforderung für mich. Es erzieht mich, wieder vorsichtiger mit Geld umzugehen und mich zu hinterfragen, ob ich Dinge "tatsächlich" brauche oder ob ich versuche ein seelisches Bedürfnis zu stillen (!).
Wenn ich das Budget einhalte, habe ich wieder die Kontrolle, kann Kredite abbezahlen und gleichzeitig Geld ansparen. Insbesondere im letzten Quartal 2017 habe ich beinahe jeden Monat  Geld von meinem Sparkonto zurück überweisen müssen, um über die Runden zu kommen. Das darf es nicht mehr geben. Das ist Harakiri! Irgendwann wird eine größere Anschaffung nötig sein und dann brauch' ich ein Sparguthaben in der Hinterhand.

 

Nun zum Februar-Budget. Das ist nun der zweite "teure" Monat in Folge. Ist das nur bei mir so? Der Januar hat mir die Haare vom Kopf gefressen! Und der Februar sieht auch nicht besser aus. Die Rechnungen für den Kundendienst am Auto, der Kaminkehrer und die reservierte Domain müssen bezahlt werden. Die Pille war außerdem wieder fällig. Für das nächste Mal habe ich sie nun auf die "Liste der wiederkehrenden Kosten" gesetzt.
Dann steht diesen Monat noch ein Highlight an! Ich werde eine kurzen Urlaub in London machen. Freu, freu, freu! Zwei Tage die Seele baumeln lassen und den Buzz der Stadt aufsaugen.

Der London-Trip und die Kundendienst-Rechnung sind leider Geldfresser. Im Februar kann ich nichts sparen und auch an meine Kredite kann ich nur die Minimum-Zahlung leisten . Verdammt! So hab' ich mir meinen ersten budgetierten Monat nicht vorgestellt! Um in diesem Monat trotzdem zumindest keine neuen Schulden zu machen, habe ich die Ausgaben für Essen radikal gekürzt und mir vorgenommen wieder ein paar Dinge auf ebay zu verkaufen.

So. Ich hab' mir nun erst mal zwei Wochen Blogpause verordnet, da ich für Prüfungen an der Hochschule lernen muss. Wir sehen uns in zwei Wochen. Oder spätestens in London! 😺



Sonntag, 28. Januar 2018

Essen um zu Leben - Februar



Gleich vorab, die Mahlzeiten für den ganzen Monat im Voraus zu planen, das funktioniert für mich nicht. In der dritten Woche habe ich plötzlich Fressanfälle bekommen. Bei mir ein Zeichen, dass ich zu wenig Protein zu mir nehme. Seltsamerweise habe ich dann aber nicht Appetit auf Fleisch, sondern auf Nudeln, Kartoffeln und natürlich Schokolade. Also Dinge, die die Proteinzufuhr nicht erhöhen, sondern den Teufelskreis noch zusätzlich verstärken. Zwei Tage gab es dann halt sehr proteinlastige Gerichte (Magerquark zum Frühstück, Salat wahlweise mit Thunfisch und Ei oder gebratenem Hähnchen und Brokkoli, Wirsingeintopf und als Beilage Ribeye-Steak ...) und dann war es auch wieder gut.
Auch habe ich festgestellt, dass ich mich bei der Portionsgröße oft verschätze. Manchmal war es zuviel und es ist eine Portion mehr dabei rausgekommen, manchmal waren die Portionen zu klein.

Das hat mich zu der Einsicht geführt, dass ich meine Mahlzeiten kurzfristiger planen sollte, um flexibler auf aktuelle Anforderungen reagieren zu können. BEEN THERE, DONE THAT! Also wieder zurück zum wöchentlichen Mahlzeitenplan, der Dinnerlist.

Die Dinnerlist habe ich in meiner Zeit als Au-Pair in London kennen und schätzen gelernt. Am Wochenende legt man für jeden Tag der kommenden Woche ein Gericht fest. Da die Kinder und die Eltern unter der Woche entweder in der Schule oder in der Arbeit gegessen haben, musste nur für das Abendessen (Dinner) sowie für's Mittagessen am Wochendende gesorgt werden. Am Sonntag Abend gab es immer DIY (Do-It-Yourself, jeder musste sich selbst was suchen) oder Leftovers ("Reste"). Waren die Gerichte festgelegt, wurde überprüft, ob die dafür nötigen Zutaten noch im Haus sind. Die fehlenden Zutaten wurden auf die Shopping-List gesetzt, die bereits in verschiedene Kategorien unterteilt war: Milchprodukte, Fleisch, Tiefkühl, Obst / Gemüse, Putzmittel, Diverses. Dann wurde die Shopping-List aufgeteilt, drei Waschkörbe und diverse Taschen in's Auto gepackt und die ganze Familie ist zum Supermarkt gefahren. Dort sind wir dann mit drei Einkaufswägen und den Waschkörben "bewaffnet" den Supermarkt abgefahren und haben alles eingesammelt, gezahlt, alles in's Auto gepackt, sind wieder heim gefahren und haben alles ausgepackt und verstaut.

Ich hab' so etwas bis dahin noch nie erlebt! Ich war 19 Jahre alt und auf dem Land in Bayern aufgewachsen. Im Sommer haben meine Eltern ein riesiges Gemüsebeet angelegt und teilweise noch ein paar Riesle im Kartoffelacker eines Nachbarn mit Buschbohnen, Zwiebeln, Kraut etc. bepflanzt. Im Sommer und Herbst wurde Marmelade gekocht, Gemüse und Obst eingeweckt, Zwiebel getrocknet, Äpfel eingelagert und Sauerkraut eingestampft. Gekocht wurde dann zu 90%  mit dem was im Keller und der Speisekammer war. Gekauft wurden hauptsächlich Mehl, Zucker, Nudeln, Gewürze, Milchprodukte, Wurst und Fleisch.
Dass man seine Mahlzeiten nach Herzenslust festlegen konnte (Lachs! Hähnchen!Tomaten im Winter! ...) und alles dafür Notwendige einkauft, war eine total neue Lebensweise für mich. 

Die Dinnerlist habe ich übernommen als ich zum Studium ausgezogen bin. Zum Einen lässt sich mit der Dinnerlist die Woche wunderbar durchorganisieren und zum Anderen habe ich festgestellt, dass sich damit auch neue Rezepte super integrieren lassen. So habe ich eher daran gedacht etwas Neues auszuprobieren, wenn es schon auf der Dinnerlist stand. Da kommt übrigens auch das Rezept für die gegrillten Rote Beete aus dem Ofen her. Das war ein Rezept in der New York Times, das nun schon seit Jahren wiederholt wird und mein spärliches Repetoire für Rote Beete erweitert hat. Es ist auch immer eine Offenbarung für Gäste "So gut haben mir Rote Beete noch nie geschmeckt!".





Zur Dinnerlist für diese Woche. Was brauche ich damit auf? Die Zwiebel hatten schon angefangen auszutreiben. Daher nun ein Zwiebelkuchen. Ich werde nur den halben essen können. Also wird die andere Hälfte eingefroren. Im Gefrierschrank ist ja jetzt wieder Platz 😁. Die Spareribs waren noch im Gefrierschrank und Linsen hab' eh immer in Großpackungen da. Hamsterkäufe aus dem türkischen Supermarkt! Die Rote Rüben waren noch im Hochbeet der Eltern. Da es im Februar oft nochmal richtig kalt wird, war es jetzt höchste Zeit sie zu ernten und zu verarbeiten.
Im Kühlschrank ist noch ein Viertel Wirsing und Vollkornnudeln liegen noch in der Speisekammer rum. Die Zusammenstellungen sind ein wenig exotisch, aber mein Fokus war diese Woche auf der Proteinzufuhr.

Übrigens, die Zeit ist auch auf dem Land nicht stehen geblieben und es wurden zum Beispiel dann auch Zucchini und Quash angebaut und die neue Vollwertkost aus dem Reformhaus (voll der Hype damals!) ausprobiert. Da aber keiner so eine richtige Ahnung hatte, wie man diese neue Gemüsesorten oder Tofu zubereitet, war das am Anfang echt abenteuerlich! Schon mal eine Zucchini- oder Quash-Pizza gegessen? Also nicht ein paar dünne Scheibchen, sondern dick belegt mit einer ganzen, ausgewachsenen Zucchini in zentimterdicken Streifen. Kein Wunder, dass ich als Kind immer schlank war. Ich hab' nur soviel gegessen bis der Hunger ansatzweise gestillt war. Und dann war ich weg vom Tisch und auch beim Abendessen war ich unauffindbar. Da hat es nämlich die Reste vom Mittag wieder gegeben!
Bis ich 24 Jahre alt war, hab ich keinen Kalbskäs gegessen (für alle Nichtbayern: die weiße Version des Leberkäs), da ich als Kind einen lauwarmen Block Tofu als Kalbskäs vorgesetzt bekommen habe (also, nur aufgewärmt. Nicht angebraten,nicht gewürzt.).
Hier nochmal meinen herzlichen Dank an Barbara Rütting. Das Kochbuch hat uns Kinder gerettet. Denn da gab' es essbare Rezepte für die neuen Lebensmittel. Die Korsische Tomatensauce mach ich immer noch. Und es gibt sie immer noch zu Spätzle, so wie von Mama gelernt. 😁



Samstag, 20. Januar 2018

Nichts kaufen ist hart!

Die ersten Wochen waren hart. Meine Gedanken kreisten ständig um "EINKAUFEN"!!!

Am ersten Samstag Abend habe ich immer wieder auf die Uhr gesehen, um zu schauen, wie lange der Supermarkt noch auf hat. Samstag Abend gehe ich immer nochmal einkaufen. Immer! Da sind die Supermärkte leer und ich kann mich ausgiebig umschauen, was es denn alles gibt und kaufe noch dies und das ein. An dem betreffenden Samstag ist mir aber partout nichts eingefallen, was ich benötigen würde. Irgendwann kurz nach sieben Uhr war auf einmal der rettende Gedanke da "Ich kann ja nur mal schauen, was sie noch alles da haben. Vielleicht ist ja etwas reduziert, das ich brauchen kann. Die  reduzieren doch oft Obst und Gemüse nach 19 Uhr. Da könnte ich doch ein Schnäppchen machen." Die Erleichterung ist wie eine Welle über mir zusammengeschlagen und ich war voller guter Gefühle. Dann kam die Vernunft wieder an die Oberfläche, japsend und prustend "Du brauchst nichts! Es ist alles da für die nächste Woche."
Auch auf dem Heimweg von der Arbeit, schießt mir ähnliches durch den Kopf. Ich sehe die Supermärkte am Wegesrand und schon ist da der Gedanke "Da könntest Du doch noch kurz reinschauen." Es ist nicht der Gedanke "Oh, ich brauch' noch Knoblauch und Mehl!" Nein, es ist ein unspezifisches "REINSCHAUEN".

Einkaufen ist für mich nicht mehr nur eine Tätigkeit, um sich mit Lebensmittel zu versorgen, sondern es ist Ablenkung bzw. Entertainment geworden. Eine Möglichkeit sich die Zeit zu vertreiben: "Ach, ich will heute noch nicht so schnell heim. Mach' ich doch einen Abstecher in den Supermarkt." 

Ich frage mich, ob es nur mir so geht? Ist das schon Kaufsucht? Oder Einsamkeit?

Nach ca. zwei Wochen habe ich es anders gelöst. Wenn ich etwas benötigte, hab' ich genau dieses eine Teil gekauft. Die Aufgabe war also nicht mehr "Nichts einkaufen", sondern "nur das Einkaufen, was fehlt". UND NICHT MEHR!!!  Damit war die Befriedigung da etwas gekauft zu haben, aber es ist nicht ausgeufert.
Das hat ein paar Tage gut funktioniert und auf einmal waren in meinem Kühlschrank ungeplanter Brokkoli, Käse, Joghurt ...
Ich muss mich wohl damit abfinden, dass ich mir meine Gewohnheiten nicht so schnell abtrainieren kann. Ich weiß, ich bin zu ungeduldig mit mir! Rome wasn‘t built in a day!

Ach ja, ich hatte mir ja für Januar ein paar Sachen vorgenommen:

Ziele Januar
- mind. 10 Überstunden machen (die Arbeit ist ja da!)
- für Prüfungen lernen
- Ausgaben tracken
- nur das Essen, was im Haus ist
- Billy-Regale verkaufen
- Bücher verkaufen
- Waschbecken in der Gästetoilette installieren


Mittwoch, 17. Januar 2018

Ausgaben tracken

Hallo Ihr, ich hab' Euch ja noch gar nicht erzählt, dass ich seit dem 27.12.2017 meine Ausgaben tracke. Ich habe zwar schon Erfahrung damit mir ein monatliches Budget zu setzen und es einzuhalten. Allerdings ist das zehn Jahre her und als ich das die letzten Monate versucht habe, ist das immer grandios aus dem Ruder gelaufen.

Ich versuche ja schon seit einiger Zeit mich einzuschränken, aber die letzten Anläufe waren eher erbärmlich. Während der Weihnachtstage bin ich auf einen Artikel in der New York Times gestoßen. Eine Journalistin hat über ihren ein Jahr andauernden Shopping-Ban berichtet. Sie hat sich selber eine Challenge gegeben ein Jahr nichts zu kaufen. Keine Kleidung, keine Elektronik... halt alles was als Konsumgut gilt und nicht zum Leben notwendig ist. Als ihr Lippenpflegestift leer war, hat sie dieWohnung abgesucht und die Lippenpflegestifte aufgebraucht die sonst noch in der Handtasche, im Wintermantel, im Badezimmer etc. zu finden waren. Ich war total fasziniert!

Als ich "Shopping Ban" gegoogelt habe, bin ich auf dem Blog der Kanadierin Cait Flanders hängen geblieben. Sie blogt über ihr tägliches Leben aber mit Schwerpunkt "personal finance", Minimalismus und Persönlichkeitsentwicklung. Mit dem Bloggen hat sie angefangen, als sie sich aufgerafft hat ihre Kontoauszüge mal anzusehen und festgesstellt hat, dass sie knapp 30.000$ (ca 20.000€) Schulden hat. Innerhalb von 2 Jahren hat sie diese abbezahlt, teilweise mit radikalen Maßnahmen, z.B. 6 Monate wieder bei den Eltern einziehen. Anschließend hat sie einen zweijährigen Shopping Ban (!) durchgezogen. Ihr Ziel war es herauszufinden, wieviel sie tatsächlich zum Leben braucht. Was mich am meisten überrascht hat, u.a. 2 Flaschen Shampoo, 2 Flaschen Duschgel, 5 Deo-Sticks pro Jahr. Echt jetzt? So wenig! Wo geht denn dann mein ganzes Geld hin?

Zusätzlich veröffentlich Cait am Monatsanfang ein Budget, also eine Aufstellung welche Summen sie für den Monat geplant hat. Am Monatsende veröffentlich sie die Plan/Ist-Gegenüberstellung, in der sie ihre Ausgaben dann noch analysiert.
Ihre Empfehlung für Neustarter ist es erst mal ein paar Monate die Ausgaben zu tracken. So bekommt man ein Gefühl wie hoch die Ausgaben sind und wofür das Geld raus geht. Nach ein paar Monaten kann man dann mit dem Budgetieren anfangen.
So weit so gut. Ist mal im Wesentlichen dasselbe, das ich auch gemacht habe.

Normalerweise fällt es mir immer sehr schwer bei solchen Empfehlungen dann auch tatsächlich bei "Adam und Eva" anzufangen. Ich bin kein besonders geduldiger Mensch und halt oft auch ein Besserwisser, der meint, er kann die erste Schritte überspringen. Weil, ich bin ja besser als der Rest! 😇 Ich werd' regelmäßig eines Besseren belehrt. 😓 Wie ja mit meinen verkorksten Budgetier-Experimenten in den letzten vier Monaten. Also war ich Ende Dez auch kleinlaut genug, um der Empfehlung Folge zu leisten und tracke nun meine Ausgaben. Nach knapp drei Wochen zeichnet sich das Bild schon ab. Zum Teil genau das was ich erwartet habe. Aber es sind auch ein paar andere Sachen an die Oberfläche gekommen, die ich so nicht erwartet habe.

Ich werd' jetzt zukünftig auch einen "Cait" machen :-) Am Monatsanfang werde ich ein Budget und Ziele für den Monat aufstellen. Am Monatsende werde ich meine Ausgaben gegenüberstellen und Schlußfolgerungen ziehen. Da mein Gehalt immer so um den 28. kommt und die ersten Zahlungen ab dem 29. abgebucht werden, werde ich mein Budget dann wohl so um den 26. aufstellen.
Also! Los geht's dann am 26.01.2018.



Dienstag, 16. Januar 2018

Wiederkehrende Kosten jeden Monat ansparen

Für mich ist es wichtig, dass meine Finanzen so organisiert sind, dass vieles automatisch läuft. Lieber am Anfang Zeit investieren, so dass man dann später nicht mehr groß darüber nachdenken muss und alles von allein läuft.

Vor ein paar Wochen schon habe ich bei meiner Bank ein kostenfreies Tagesgeldkonto angefragt (natürlich  mit 0% Verzinsung 😞). Dann habe ich eine Liste aller Kosten erstellt, die jährlich, zweijährlich oder sogar dreijährlich anfallen, um diese dann monatlich auf dem Tagesgeldkonto anzusparen.
Ich erwarte mir davon, dass ich zum Einen einen Überblick bekomme, wie hoch meine monatlichen laufenden Kosten tatsächlich sind, und ich mich zum Anderen mehr einschränke, da das Geld ja de facto weg ist. Vor allem die KFZ-Versicherung im Januar hat immer hart rein geschlagen. Ich hab' dafür immer mein Weihnachtsgeld verwendet und war dann angefressen, dass ich von all dem schönen Geld nichts hab' verwenden dürfen. Hat mich aber auch nicht immer abgehalten trotzdem einkaufen zu gehen. Schließlich, so mein Gedankengang, hab' es mir es ja auch mal verdient etwas Geld auszugeben.

Ich brauch wohl nicht zu sagen, dass diese Ausgaben dann wieder meinen Dispo belastet haben. Was ich davon gekauft habe, weiß ich schon gar nicht mehr. Toll, das hat sich echt gelohnt! Mann! Hätte ich die KFZ-Versicherung monatlich angespart, hätte ich mich automatisch jeden Monat eingeschränkt und das Weihnachtsgeld wäre für andere Dinge zur Verfügung gestanden. So hab ich mir nur selbst in die Tasche gelogen und mich verschuldet.

Seit Ende Dezember überweise ich nun jeden Monat per Dauerüberweisung die monatliche Ansparsumme. Die Liste wird auch immer noch länger, da mir immer wieder neue Sachen einfallen. Zum Beispiel fehlen noch die Pille (120 €/Jahr), GEZ (52 €/Quartal), Müllabfuhr, Kaminkehrer ...



Ich war etwas baff wegen der Kosten für mein Auto. Allein für Versicherung, Steuer, Reifen, etc. fallen jeden Monat 110€ an! Dazu noch monatlich  130 € Kraftstoff und ca. 100 € Wertverlust. Mein Auto kostet mich also jeden Monat 340 €! Die Kosten für Kundendienste und Reparaturen sind da noch gar nicht berücksichtigt.
Hmm, vielleicht sollte ich doch noch mal aktiv auf die Suche nach einer Fahrgemeinschaft gehen.
Das Auto verkaufen ist keine Option. Ganz ohne Auto geht es halt hier draußen auf dem Land nicht. Noch dazu ist mir die Freiheit zu wichtig kurzfristig entscheiden zu können, etwas zu unternehmen.



Sonntag, 14. Januar 2018

Jede Reise beginnt mit einem ersten Schritt

Meine finanzielle Situation ist erschreckend. Ich habe die letzten zwei Jahre zu viel Kleidung, Schuhe, Handtaschen, Bücher, Essen und Reisen auf Kredit gekauft. Witzigerweise sind meine Konsumgewohnheiten immer noch dieselben wie vor zwei Jahren und mein Gehalt ist sogar gestiegen. Aber meine Lebensumstände sind halt seit zwei Jahren anders. Vorher habe ich in einer 1-Zimmer-Wohnung in Augsburg gewohnt, das nur 400 € Warmmiete gekostet hat. Nun wohne ich meinem eigenen Haus für das ich jeden Monat allein 1.000 € Darlehen abbezahle. Im Herbst 2016 habe ich außerdem wieder zu studieren angefangen und muss nun jeden Monat rund 330 € Studiengebühren zahlen.
Da ich meine Konsumgewohnheiten nicht angepasst habe, habe ich nun ca 8.000€ Schulden, die sich auf dem Dispo des Girokontos und auf der Kreditkarte angesammelt haben.

Vor ein paar Wochen habe ich den Entschluss gefasst, dass ich das ändern muss. Zuvor hatte ich ein paar schlaflose Nächte weil ich mir Sorgen um Geld gemacht habe. Ich hatte nämlich schon wieder 500€ von meinem Angesparten zurück auf das Girokonto überwiesen, um es soweit auszugleichen, dass ich zumindest wieder Überweisungen machen durfte. Das geht nämlich nicht mehr, wenn man den Dispo komplett ausgereizt hat.

Ich hatte vor knapp 10 Jahren schon einmal ca. 8.000 € Schulden und habe es geschafft (mit einem viel geringerem Gehalt) diese innerhalb von ca. 3 Jahren komplett abzubauen. Also bin ich mir sicher, dass ich es wieder schaffe auf 0 zu kommen. Aber was mich mehr umtreibt, ist die Frage: Warum bin ich jetzt wieder an dem Punkt? Und wie sorge ich dafür, dass ich da nicht mehr aufschlage? Ich spüre, dass die Antwort nicht nur mit Geld zu tun hat, sondern damit, was ich mit dem Geld zu kaufen versuche. Ich vermute, dass es damit zu tun hat, dass ich mit meinem aktuellen Leben nicht zufrieden bin.   

2018 wird also das Jahr in dem ich viel vorhabe.

1. Konsumschulden substantiell reduzieren
2. anfangen Wissen anzueignen, wie Finanzen funktionieren. 
3. um mich selbst kümmern und herausfinden was ich will




Sonntag, 7. Januar 2018

Wie man mit unerwarteten Kosten umgeht

Die letzte Rechnung für's Haus hat sich angekündigt. Die Kosten für ein Teil der Heizung und die Elektrik sind noch offen und der Brief wird wohl irgendwann die nächsten Wochen in's Haus flattern.
Ich könnte jetzt seitenweise jammern, dass das gerade gar nicht passt, da mein Dispo komplett ausgereizt ist, dass ich nicht weiß, wo ich das Geld hernehmen soll und mich verfluchen, dass ich die letzten Monate auf so großem Fuß gelebt und nichts zur Seite gelegt habe. Dann könnte ich mich so richtig rein steigern, dass ich mich total übernommen habe, nie hätte ein Haus bauen dürfen, wo ich noch dazu allein bin, und ich vermutlich im Alter verarmt und einsam sterben werde, weil ich ein schlechter, schlechter Mensch bin. 
Könnte ich! Aber nachdem ich das heute Abend schon ein paar Stunden in meinem Kopf gemacht habe und die mir leider bekannten Anzeichen für eine Angst-Attacke sich angekündigt haben, habe ich entschieden: SOOOOOO NICHT!  JETZT IST ABER SCHLUSS! WO SIND WIR DENN!

Ja, ich weiß gerade nicht, wie ich die Rechnung bezahlen soll. Aber bis jetzt hat es bei ähnlichen Vorkommnissen auch immer eine Lösung gegeben. Nachdem ich meine schlechten Gedanken gestoppt habe, sind mir sofort ein paar Lösungsansätze in den Kopf gekommen:

Du hast nicht "kein Geld"
Ein bißchen hab' ich trotz allem gespart. Ein paar Tausend Euro sind ja da und werden außerdem jeden Monat mehr. Schließlich geht am Anfang des Monats 20% meines Gehalts automatisch auf ein Sparkonto.
Dann gibt es das bereits angesparte Geld  für die "jährlich wiederkehrenden Zahlungen". Letzten Monat habe ich angefangen auf einem (kostenlosen) Tagesgeldkonto jeden Monat ein zwölftel (oder vierundzwanzigstel) der jährlich anfallenden Kosten zu überweisen. Das sind Zahlungen für KFZ-Versicherung, KFZ-Steuer, TÜV/AU, Winter-/Sommerreifen, Studiengebühr, Grunsteuer etc. Ja mein Gott, dann muss ich den Start dieser Einrichtung halt noch ein paar Monate verschieben! Geht nicht anders. Das stellt mich dann zwar vor das Problem, wie ich z.B. im März die Studiengebühr bezahlen soll. Aber darum kümmere ich mich später. Jetzt ist die Hausrechnung erst mal wichtiger.
Die monatliche Rate für die Abzahlung des Kreditkarten-Kredits habe ich ebenfalls letzten Monat erhöht. Das muss für die nächsten Monate halt wieder auf das Minimum begrenzt werden. Die Rückzahlung des Kredits dauert dann halt länger. So what!

Einkommensteuererklärung so schnell wie möglich machen
Entweder mit dem Gehaltsabrechnung im Januar, spätestens im Februar, wird der Lohnsteuerbescheid geschickt werden. Die Einkommensteuer für letztes Jahr hab' ich ja schon angefangen und muss sie dann sofort bei Eintreffen des Lohnsteuerbescheids fertigmachen. Wenn man die Einkommensteuer schon sehr früh im Jahr einreicht, dauert es vermutlich nur 4-6 Wochen bis die Erstattung überwiesen wird. Die Erstattung sollte dieses Jahr recht üppig ausfallen wegen der ganzen Kosten für's Studium.

Geld aufnehmen
Da ist doch heute von meiner sehr vertrauenswürdigen Hausbank (und das sage ich mit vollem Ernst!) ein Angebot für einen Kredit gekommen. Ein weiterer Kredit ist zwar nicht toll, aber wenn alle Stricke reißen, ist das mein Ausweg. 

Du hast noch Zeit!
Ich kann um Zahlungsaufschub bitten. Vielleicht lässt die Firma mit sich reden, dass ich die Rechnung erst im zweiten Quartal zahlen darf. Da sich meine Sparguthaben jeden Monat erhöhen wird und auch die Einkommensteuer bis da hin da seil sollte, wäre die Rechnung dann bezahlbar. 

Du bist auf einem guten Weg
Der Entschluss, sparsamer zu leben und meine Finanzen in Ordnung zu bringen ist schon gefasst und auch schon ein paar Maßnahmen eingeleitet. Mir ist bewußt, dass ich die letzten Jahre zu nachlässig in dem Thema war. Aber das ändere ich jetzt.
Solche Dinge brauchen Zeit. Heute ist gerade erst mal der 7. Tag. Da kann man nicht erwarten, dass schon alles erledigt ist. Ich werde vermutlich mehr als ein Jahr brauchen um die Konsumschulden los zu sein.

Wow! Ich hab' soviel Möglichkeiten. Es ist immer der selbe Film. Zuerst bekomme ich Angst, die in allgemeine Panik ausartet. Dann mache ich mich selbst fertig und mach' gleich auch noch den großen Rundumschlag, im Sinne von "Ich bin ein schlechter Mensch!".
Und dann? Gibt es eine Lösung. Die ist vielleicht nicht toll und passt nicht in meinen aktuellen Plan. Aber was soll's! So ist das Leben. Der Mensch plant und Gott lacht darüber. Also pass ich meinen Plan halt an. Wichtig ist, dass ich ein Ziel habe. Wenn der Plan, wie ich mein Ziel erreichen will, nicht funktioniert, wird er halt umgeschrieben. So einfach ist das? Ja, so einfach ist das!