Seit heute bin ich Kreditkarten
schuldenfrei! Im Januar lag die überzogene Kreditkarte wie ein riesiger unüberwindbarer Berg vor mir. Und nun ist es geschafft!
Ich kann es noch gar nicht richtig fassen. In den letzten sechs Monaten habe ich damit insgesamt 4.800 € Schulden getilgt und ca. 380 € Zinsen bezahlt.
Mein nächstes Ziel ist der Dispo des Girokontos. Dieser ist im Moment noch vollkommen ausgeschöpft und damit 3.500 € schwer.
Wie sieht meine Strategie aus? Zuerst werde ich noch den Rest des Urlaubsgelds reinwerfen und anschließend dann jeden Monat den Betrag, den ich für die Rückzahlung der Kreditkarte aufgewendet habe nun für die Rückzahlung des Dispos nutzen. Im November kommt dann noch das Weihnachtsgeld dazu und wenn alles glatt läuft, ist Ende des Jahres auch der Dispo ausgeglichen.
Als ich das gestern so im Kopf durchgerechnet habe, ist mir bewußt geworden, dass ich dieses Jahr ca. 9.000 € für die Rückzahlung der Schulden aufwenden werde. Das sind ja beinahe 10.000 € in einem Jahr! Heißt dass, dass ich in der Lage bin pro Jahr 10.000 € zu sparen? Heißt das, dass wenn ich ein weiteres Jahr so genügsam lebe wie jetzt, könnte ich Ende 2019 10.000 € auf der Seite haben?
Wow! Mir ist nicht bewußt gewesen, dass das möglich ist. Das ist vermutlich die wichtigste Erkenntnis, die mir die letzten sechs Monate gebracht hat: ich bin in der Lage pro Jahr 10.000 € zu sparen. Das weckt ungeahnte Möglichkeiten!
Hier muss ich auch mal sagen, dass ich echt froh und dankbar bin, dass es mir so gut geht.
Aber nochmal zurück, wie realistisch ist es denn, dass ich noch ein weiteres Jahr so lebe, wie aktuell? Schließlich habe ich mein Konsumverhalten ja schon sehr eingeschränkt. Hmm, ich glaub' es ist tatsächlich sehr realistisch. Denn um ehrlich zu sein, ich darbe ja nicht gerade. Bei meinem Budget sind mir dreimal die Zügel entglitten (April, Mai und Juni), ich war dieses Jahr schon zweimal in London und der nächste Städtetrip ist schon angezahlt. Darüber hinaus habe ich Anschaffungen für's Haus und den Garten gemacht sowie Schuhe, Kleidung und Bücher gekauft. Der große Unterschied zu letztem Jahr ist, dass ich mir vor Anschaffungen sehr genau überlegt habe, was ich will und mir dann Gedanken gemacht habe, wie ich es am kostengünstigsten umsetzen kann. Ich sehe es also nicht so, dass ich mein Konsum extrem eingeschränkt hätte. Ich bin eher der Meinung, dass ich jetzt bewußter und damit sparsamer konsumiere. Mir gefällt das. Wenn die Euros sich langsam sammeln gibt mir das ein gutes Gefühl. Ich fühle mich wieder wie der Herr meiner Finanzen und meines Lebens. Wenn ich nun daran denke, dass eine neue Anschaffung ca. 1.000 € kostet, dann ist das halt so. Früher war da dann sofort dieser Frust "Das kannst Du Dir eh g'rad nicht leisten." Doch, das kann ich mir leisten. Alles was nötig ist, ist ein wenig Geduld, bis ich das Geld zusammen hab'. Das ist ein großartiger Gedanke.
Die logische Konsequenz wäre es nun, sobald ich meine Konsumschulden abgebaut habe, dass ich mich dem nächsten Schuldentopf zuwende. Das ist der gängige Ratschlag im Netz.
Nun, an Schuldentöpfen mangelt es mir ja nicht. Für mein Haus habe ich aktuell vier verschiedene Kredite laufen. Einer der Kredite hat Sonderzahlungen vorgesehen. Den könnte ich anfangen zu tilgen. Wenn ich mich nun aber diesem zuwende, spart mir das zwar langfristig Zinsen, aber möglicherweise ist es sinnvoller erst Mal einen Notgroschen anzusparen. Schließlich steht für das Haus noch einiges an Projekten an für die größere Summen nötig sind, ein paar Räume möchten noch eingerichtet werden und mein Auto wird auch nicht ewig halten. Außerdem weiß man nie, was die Zeit alles bringt. Der Arbeitsmarkt ist zwar aktuell sehr stabil. Ein Notgroschen wirkt hier beruhigend und gibt Sicherheit.
Die Zinsverhandlungen für die Kredite stehen außerdem erst in 2024 an. Das bedeutet, ich hab, nach Ansparung des Notgrosschen, noch drei Jahre Zeit Geld für die Sonderzahlungen anzusparen.