Sonntag, 7. Januar 2018

Wie man mit unerwarteten Kosten umgeht

Die letzte Rechnung für's Haus hat sich angekündigt. Die Kosten für ein Teil der Heizung und die Elektrik sind noch offen und der Brief wird wohl irgendwann die nächsten Wochen in's Haus flattern.
Ich könnte jetzt seitenweise jammern, dass das gerade gar nicht passt, da mein Dispo komplett ausgereizt ist, dass ich nicht weiß, wo ich das Geld hernehmen soll und mich verfluchen, dass ich die letzten Monate auf so großem Fuß gelebt und nichts zur Seite gelegt habe. Dann könnte ich mich so richtig rein steigern, dass ich mich total übernommen habe, nie hätte ein Haus bauen dürfen, wo ich noch dazu allein bin, und ich vermutlich im Alter verarmt und einsam sterben werde, weil ich ein schlechter, schlechter Mensch bin. 
Könnte ich! Aber nachdem ich das heute Abend schon ein paar Stunden in meinem Kopf gemacht habe und die mir leider bekannten Anzeichen für eine Angst-Attacke sich angekündigt haben, habe ich entschieden: SOOOOOO NICHT!  JETZT IST ABER SCHLUSS! WO SIND WIR DENN!

Ja, ich weiß gerade nicht, wie ich die Rechnung bezahlen soll. Aber bis jetzt hat es bei ähnlichen Vorkommnissen auch immer eine Lösung gegeben. Nachdem ich meine schlechten Gedanken gestoppt habe, sind mir sofort ein paar Lösungsansätze in den Kopf gekommen:

Du hast nicht "kein Geld"
Ein bißchen hab' ich trotz allem gespart. Ein paar Tausend Euro sind ja da und werden außerdem jeden Monat mehr. Schließlich geht am Anfang des Monats 20% meines Gehalts automatisch auf ein Sparkonto.
Dann gibt es das bereits angesparte Geld  für die "jährlich wiederkehrenden Zahlungen". Letzten Monat habe ich angefangen auf einem (kostenlosen) Tagesgeldkonto jeden Monat ein zwölftel (oder vierundzwanzigstel) der jährlich anfallenden Kosten zu überweisen. Das sind Zahlungen für KFZ-Versicherung, KFZ-Steuer, TÜV/AU, Winter-/Sommerreifen, Studiengebühr, Grunsteuer etc. Ja mein Gott, dann muss ich den Start dieser Einrichtung halt noch ein paar Monate verschieben! Geht nicht anders. Das stellt mich dann zwar vor das Problem, wie ich z.B. im März die Studiengebühr bezahlen soll. Aber darum kümmere ich mich später. Jetzt ist die Hausrechnung erst mal wichtiger.
Die monatliche Rate für die Abzahlung des Kreditkarten-Kredits habe ich ebenfalls letzten Monat erhöht. Das muss für die nächsten Monate halt wieder auf das Minimum begrenzt werden. Die Rückzahlung des Kredits dauert dann halt länger. So what!

Einkommensteuererklärung so schnell wie möglich machen
Entweder mit dem Gehaltsabrechnung im Januar, spätestens im Februar, wird der Lohnsteuerbescheid geschickt werden. Die Einkommensteuer für letztes Jahr hab' ich ja schon angefangen und muss sie dann sofort bei Eintreffen des Lohnsteuerbescheids fertigmachen. Wenn man die Einkommensteuer schon sehr früh im Jahr einreicht, dauert es vermutlich nur 4-6 Wochen bis die Erstattung überwiesen wird. Die Erstattung sollte dieses Jahr recht üppig ausfallen wegen der ganzen Kosten für's Studium.

Geld aufnehmen
Da ist doch heute von meiner sehr vertrauenswürdigen Hausbank (und das sage ich mit vollem Ernst!) ein Angebot für einen Kredit gekommen. Ein weiterer Kredit ist zwar nicht toll, aber wenn alle Stricke reißen, ist das mein Ausweg. 

Du hast noch Zeit!
Ich kann um Zahlungsaufschub bitten. Vielleicht lässt die Firma mit sich reden, dass ich die Rechnung erst im zweiten Quartal zahlen darf. Da sich meine Sparguthaben jeden Monat erhöhen wird und auch die Einkommensteuer bis da hin da seil sollte, wäre die Rechnung dann bezahlbar. 

Du bist auf einem guten Weg
Der Entschluss, sparsamer zu leben und meine Finanzen in Ordnung zu bringen ist schon gefasst und auch schon ein paar Maßnahmen eingeleitet. Mir ist bewußt, dass ich die letzten Jahre zu nachlässig in dem Thema war. Aber das ändere ich jetzt.
Solche Dinge brauchen Zeit. Heute ist gerade erst mal der 7. Tag. Da kann man nicht erwarten, dass schon alles erledigt ist. Ich werde vermutlich mehr als ein Jahr brauchen um die Konsumschulden los zu sein.

Wow! Ich hab' soviel Möglichkeiten. Es ist immer der selbe Film. Zuerst bekomme ich Angst, die in allgemeine Panik ausartet. Dann mache ich mich selbst fertig und mach' gleich auch noch den großen Rundumschlag, im Sinne von "Ich bin ein schlechter Mensch!".
Und dann? Gibt es eine Lösung. Die ist vielleicht nicht toll und passt nicht in meinen aktuellen Plan. Aber was soll's! So ist das Leben. Der Mensch plant und Gott lacht darüber. Also pass ich meinen Plan halt an. Wichtig ist, dass ich ein Ziel habe. Wenn der Plan, wie ich mein Ziel erreichen will, nicht funktioniert, wird er halt umgeschrieben. So einfach ist das? Ja, so einfach ist das! 




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