Montag, 25. Dezember 2017

Überfluss

Mein Gefrierschrank ist voll geladen bis an den Rand! Dazu muss man wissen, dass ich das hilfreiche Haushaltsgerät erst seit acht Monaten besitze. Immer wenn sich ein Sonderangebot beim Metzger anbietet bin ich dabei. In der Erntezeit wurde viel Mangold geerntet, gewaschen, blanchiert und portionsweise eingefroren. Kichererbsen und schwarze Bohnen werden 500g packungsweise eingeweicht, im Backofen über Nacht weich gekocht und wieder portionsweise eingefroren. Immer wenn Früchte Gefahr laufen im Kühlschrank zu vergammeln, werden sie eingefroren. Hin und wieder koche ich Gerichte vor, die ich dann als Lunchpaket mit in die Arbeit nehme oder Abends schnelll in die Mikrowelle schieben kann. Das hat innerhalb von acht Monaten zu folgender Vorratshaltung geführt:



Ich kann mir also nicht vorhalten, dass der Gefrierschrank eine unnütze Anschaffung wäre. Aber es bedarf halt ein bisserl vorausschauender Planung, dass ich mir am Vortag ein mögliches Gericht überlege und die Sachen aus dem Gefrierschrank nehme. Oft ist es auch der innere Schweinehund der mir auf dem Heimweg von der Arbeit zuflüstert "Gönn' Dir was! Die Woche war anstrengend. So ein Lachsfilet mit Pesto und Zitronensaft bestrichen und dazu frische Brokkoli, das wär's doch heute Abend?! Komm' Du hast es verdient! Im Kühlschrank ist außerdem noch ein Rest grünes Pesto. Das ist überfällig und muss aufgebraucht werden. Essen vergammeln lassen ist teuer und schlecht für die Umwelt." Schwupps, habe eine 750g Packung gefrorene Lachsfilets nebst Brokkoli gekauft. Außerdem hatten sie den ersten Wirsing des Jahres da, der geräucherte Stremellachs passte gut zum Salat, den ich für den nächsten Tag vorbereitet habe und die sonst so teure italienische Pasta war auch im Angebot. Eine Tafel Schokolade als kleiner Nachtisch rundet das Ganze ab. Schwupps, bin ich knapp 20 € los (für ein Abendessen!) und hab' schon wieder neuen Vorrat geschaffen.

Als ich letztens zusammengerechnet habe, wieviel Geld ich für Lebensmittel und Essen in Restaurants und Kantine ausgebe, bin ich fast vom Stuhl gefallen vor Schreck. Dabei hatte ich den Eindruck, dass ich sparsam leben würde. Gemüse aus dem Garten der Eltern, Meal-Prepping für's Mittagessen, keinen Kaffeevollautomaten, keine Senseo, sondern eine alte und geliebte Bialetti.
Nach und nach ist mir eingefallen,wie oft ich Obst und Gemüse wegwerfe, da ich es nicht geschafft habe es zu verarbeiten bzw. zu essen. Oder dass bei meinen Eltern gerade noch gefühlte 15kg Rande, 3-4 Kisten Bodensee-Äpfel auf die Verwertung warten und jetzt Ende Dezember noch einige Stauden Zuckerhut-Salat draußen im Beet stehen.

Soviel Überfluss! Soviel Verschwendung! Es ist an der Zeit wieder genügsamer zu leben und mit dem Vorhandenem auszukommen. 

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