Sonntag, 11. Februar 2018
Resüme Januar
Den ersten Schritt meine Finanzen wieder unter Kontrolle zu bringen, habe ich im Januar gemacht. Ich habe mir selbst die Challenge gesetzt nur soviel Geld auszugeben wie nötig. In Bezug auf Essen bedeutete das so weit wie möglich von den Vorräten zu leben, die ich im Haus habe und nur soviel für Essen auszugeben, was noch an Zutaten gefehlt hat. Im Großen und Ganzen ist mir das ganz gut gelungen.
Bis vor ca. zwei Jahren bin ich täglich in die Kantine zum Mittagessen gegangen. Da die Kantine sehr innovativ ist und gutes, abwechslungsreiches und auch gesundes Essen anbietet, musste ich nie ein schlechtes Gewissen haben. Aber die Kantine kostet halt ca. 100-120 € im Monat. Da ich damals schon erkannt habe, dass ich zuviel einkaufe aka mein Kühlschrank immer voll ist bzw. das selbstangebaute Gemüse im Garten nicht gegessen wird, bin ich unter die Meal-Prepper gegangen und hab' mir 2-3 pro Woche das Mittagessen von zuhause mitgebracht.
Im Januar hab' ich es jetzt erhöht und mir vorgenommen jeden Tag das Essen mitzubringen. Dafür habe ich mir zweimal in der Woche mein Essen für die Arbeit vorbereitet, im Kühlschrank gelagert und in der Früh mit in die Arbeit genommen. In Summe habe ich im Januar nur zwei Mal in der Kantine gegessen. Kein schlechtes Ergebnis.
Überrascht hat mich, dass mein Kühlschrank nicht leer geworden ist. Dort lagern auch jetzt, fünf Wochen später, immer noch Lebensmittel, die ich vor Weihnachten gekauft habe. Käse, Quark, Dressing, ... Auch aufgefallen ist mir, dass meine Mahlzeiten sehr viel frisches Gemüse enthalten und dass das sehr wichtig für mich ist. Im Gegenzug hab' ich festgestellt, dass ich eher wenig Zutaten aus dem Vorrat oder dem Gefrierschrank verwende. Das bestärkt mich darin, dass meine Strategie meine Vorräte extremst zu verringern, der richtige Weg ist. Eventuell kann ich auf den Gefrierschrank vielleicht sogar ganz verzichten? Hmm, ich werd' das mal im Hinterkopf behalten. Eis ist halt ein Problem...
Der Essensplan hat sich nicht bewährt. Einen Monat im Voraus zu planen hat mich zu sehr eingeengt. Es war irgendwie nur noch mechanische Zubereitung von Speisen, auf die ich dann teilweise auch gar keinen Bock hatte. Mir hat das frische Gemüse gefehlt. Zum Einen esse ich es gern, zum Anderen verarbeite ich es gern. Für mich ist es sehr befriedigend, wenn sich im Kühlschrank zuerst das Gemüse und später die Boxen mit fertigem Essen dort stapeln. Es wird dann jetzt wieder die wöchentliche Dinner-List mit viel Gemüse geben.
Insgesamt hat mir die Challenge wieder mehr Seelenruhe verschafft hat. Mir sind nämlich drei Dinge klar geworden. 1) Ich kann mit wenig Geld gesund und lecker essen und muss auf nichts verzichten. 2) Ich kann mein Verhalten ändern. Ich hab' es immer noch in mir. Ich habe mein etwas außer Rand-und-Band geratenes Einkaufsverhalten wieder eingefangen (Zumindest ist ein Anfang gemacht. Es wird aber auch weiterhin eine ständige Herausforderung bleiben). Diese Fähigkeit wird mir helfen, die anderen Mißstände in meinem Leben wieder gerade zu rücken. 3) Wenn keine größeren Anschaffungen oder Rechnungen anstehen, bin ich trotz Studiengebühren, Haus und Auto noch in der Lage Geld zu sparen. Diese Erkenntnisse haben mir viel Sicherheit und Zuversicht gegeben. Ich weiß, dass ich auf einem guten Weg bin, dieses Gefühl wegzubekommen, dass ich ein Spielball des Schicksals bin. Vielmehr macht sich da so eine heitere Gelassenheit in meinem Bauch breit, die sagt "Du machst das schon. Du kriegst das hin." Sie lehnt sich dabei lächelnd zurück und verschränkt die Hände hinter dem Kopf.
Ja, ich krieg' das hin. And the rest will follow ;-)
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