London hat für mich heilende Kräfte. Mitten in all dem Trubel und Gedränge finde ich immer wieder Oasen, von denen ich aus ich das alles beobachten und .... an mir vorbeiziehen lassen kann. Gerade Coffeeshops bieten sich mit ihren großen Glasfassaden dafür an. Wenn man dort eine halbe Stunde oder Stunde sitzt, laufen soviele verschiedene Menschen vorbei, dass mir wieder klar wird, wie unterschiedlich wir alle sind und im Endeffekt wie ähnlich. Wir wird bewußt, dass ich nicht allein bin mit meinen Ängsten, Selbstzweifeln und Wünschen. Es geht uns allen so! Die Massen an Menschen machen mir das immer wieder klar und ich komme mitten in einer der lautesten und schnellsten Städte der Welt zur Ruhe.
London ist für mich auch Inspiration. Die großen Kaufhäuser und deren Dekorationen oder die Museen sind da immer eine gute Anlaufstelle. Zum Bespiel wie aktuell die blumenhafte Muttertags- und Frühlingsdeko am Eingang von Liberty's (Muttertag ist in England im März).
Im Victoria & Albert Museum war diese beeindruckende Holzkonstruktion zu sehen. Es ist eine Mischung aus Raum, Buchregal und Sitzmöbel (eine der unteren Reihe ist eine Bank). Und es verströmte eine ganz eigene Atmosphäre aus Innovation, Geborgenheit und Erhabenheit.
In London ging es mir diesemal nicht so sehr um's Shoppen, obwohl man sich hier extremst austoben könnte, sondern darum zu sehen, was Menschen schaffen, wenn sie sich dahinter klemmen und ihre Kreativität ausleben. Es gibt immer wieder ein Stadtviertel, dass sich gerade neu erfindet. Dort kann man den Tatendrang, die Freude, Zuversicht und Kreativität, die damit einhergehen mit Händen greifen. So ist es (immer noch) im Eastend rund um die Shoreditch High Street und Spitalfield's Market. In den kleinen Gassen gibt es viel zu entdecken. Kleine witzige Geschäfte, Restaurants und Coffeeshops. Aber auch Architektur (toll restaurierte Häuser), Details (kreative Dekoideen, eine frührer Suppenküche, die man nur noch an einem Schriftzug erkennt, der in die Fassade eingelassen ist) und Neuartiges (Shoreditch Boxpark).
Der Stadtteil Covent Garden ist zwar kein Newcomer, aber dort gibt es immer wieder kleine Geschäfte oder Restaurants, die in diese Kategorie fallen. Auf meiner Suche nach einem Ort wo ich ein gutes full-english, also ein englisches Frühstück bekomme, bin auch auf " The Black Penny" gestoßen. Dort bekommt man den London-Vibe voll zu spüren. Das "The Hunter" Frühstück und der "Flat White" sind sehr zu empfehlen. Der Bacon hatte einen tollen, rauchigen Geschmack. Die Baked Beans ignoriere ich immer geflissentlich. Ist nicht so mein Fall. Obwohl hier lobend zu erwähnen ist, dass hier die Baked Beans noch selbstgemacht sind und nicht die Dosenvariaten serviert wird.
Alternativ ist das Granger & Co eine gute Anlaufstelle. Nachdem ich ja dieses Frühjahr in Sydney bei Bill Granger im "Bills" war und in den berühmten "Ricotta Hotcakes mit Honeycomb-Butter" regelrecht versunken bin, hab ich seine Kette in London besucht. Mein geliebtes "Kopapa" hat ja leider letzes Jahr zugemacht. Aber Bill Grangers Spinoff in London, ist ein würdiger Ersatz.
Ich war in der Filiale in Kings Cross St. Pancras. Durch die Zeitverschiebung war ich natürlich schon zu einer sehr frühen Uhrzeit quietschfidel, d.h. die sehr frühen Öffnungszeiten waren mir sehr willkommen. Das Cafe ist in einem neuen Gebäudekomplex und durch die Ausrichtung nach Süd-Osten am Morgen von Sonnenlicht durchflutet. Ein wunderschöner Ort, um den Tag zu beginnen.
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